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Einen Mensch ärgere dich nicht Tisch im Eigenbau

Alles fing damit an das ich im Internet surfte und auf dieses Video gestoßen bin.
RESPEKT! Dafür finde ich keine anderen Worte. Ich dachte, das kannst du auch... Erstmal auf die Suche gemacht wie er die
Sensorik so hinbekommen hat. Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen.

Nachdem ich mal überschlagen hatte was das ganze kosten würde, war das Projekt schon fast gestorben.
Was kann man den noch so bauen? Dann kam der Geistesblitz. Vor einigen Jahren sah ich mal in einem Wirtshaus einen
Mensch ärgere dich nicht Tisch der mich damals absolut faszinierte. Ich wusste noch das der damals anders hieß, aber wie?
Auch da half mir Onkel Google weiter. Aus rechtlichen Gründen hatten die Hersteller den Tisch "Mann oh Mann" genannt.
Hier ein Bild:

Das Ding hat uns so manchen Sonntag Nachmittag verkürzt. ;-)

Die LED's wollte ich aber nicht einzeln löten. Dafür bin ich einfach zu faul. Also auf die Suche nach einem RGB-LED-Stripe.
Schnell stellt ich fest das es dort auch noch einige Unterschiede gibt. Letztendlich hab ich mich für einen Stripe mit einem
integrierten WS2801 Chip entschieden. Die Begründung dafür liegt darin das ich den Stripe auch für ein selbstbau
Ambilight nutzen kann, falls das Projekt scheitern sollte.

Bei Amazon wurde ich fündig. Zwei LED-Sripes mit jeweils 50 LED's bestellt die dann auch einige Tage später da waren.

Bevor ich mich mit der Hardware, sprich der Platte und dem Tisch auseinandersetze, versuche ich erstmal die Software
zu programmieren. Basis der ganzen Steuerung soll wieder einmal der Raspberry Pi werden. Einfach genial dieser kleine Rechner.
Im internet nach Programmbeispielen in Python zum ansteuern des WS2801 gesucht und gefunden. Hier gibt
es einen Link zur Seite. Raspberry Pi und LED-Stripe waren schnell angeklemmt und installiert. Ein Python Script zum testen war
auch relativ schnell eingegeben. Der erste Versuch war dann aber leider ein Misserfolg. Nach einer Fehlersuche war das Problem
aber einfach lösbar. Ich hatte Data- und Clockleitung vertauscht. Der 2. Versuch sah dann schon besser aus.

Zum Programmieren hab ich die LED's in ein Brett eingebaut. Eine kleine
Animation nach dem Start der Raspberry's gibt es auch. Das Video möchte ich aber
nicht hochladen, da die LED's politisch nicht korrekt angeordnet sind.
Ist mir erst nach dem bohren der Löcher aufgefallen.
Sieht in etwa wie ein Hakenkreuz aus. (Schäm!!)

Nachdem ich den Fauxpas erkannte, hab ich mich erstmal daran gesetzt eine Zeichnung für das Spielbrett zu erstellen.
Da die meisten Stehtische, in dem das Brett irgendwann mal eingebaut werden soll, einen Durchmesser von ca. 80cm haben,
habe ich mich für eine Spielbrettbreite von 50cm im Achteck entschieden. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:

Die Startfelder etwas nach oben gerückt und schon ist es
politisch korrekt.




Ein neues Brett, ein paar Schnitte mit der Stichsäge,
2 Akkuladungen und 80 Löcher mit dem
Akkuschrauber + Forstnerbohrer später war die neue Platte
fertig.

Ich könnte jetzt Stunden über das Programmieren schreiben... Das lass ich aber. Die Python Scripte, sobald sie sauber laufen,
werde ich auf Anfrage gern weitergeben. Im groben steht die Programmierung schon. Es treten aber noch gelegentlich
Fehlfunktionen auf die noch beseitigt werden müssen.
Zum Testen verwende ich estmal "normale" Taster die ich über die Software entprellt habe.

Da ich den Tisch möglichst schlicht gestalten will, hatte ich mir auch schon überlegt das die Taster zum Würfeln / Setzen auch
weitesgehend dezent sein sollten. Ich hatte konkret an kapazitive Sensoren gedacht.
Leider auch alles ziemlich teuer was ich da so gefunden habe. Also weiter im Internet gesucht und interessantes auf dieser Seite,
etwas weiter unten gefunden. Da ich mich vor einigen Jahren schon einmal mit AVR's und Bascom beschäftigt habe,
sollte das machbar sein. Muss mal schauen, hab glaube ich auch noch einige ATtiny13 hier rumliegen.

Jetzt muss ich mir erstmal das Material zusammensuchen / besorgen und dann kann das experimentieren beginnen.
Sobald ich etwas vorweisen kann, werde ich es hier zeigen.

Nun ist es soweit, habe mir die Teile zusammen gesucht und den Versuchsaufbau aus dem Video komplett nachgestellt.

Der einzige Unterschied zum Video ist,
die blaue Spule ist bei mir mit einer
4mm dicken Plexiglasplatte abgedeckt.

Den Versuch werte ich erstmal als Absolut gelungen. Besser kann es nicht funktionieren. Jetzt werd ich erstmal
eine Platine löten und die spule durch eine Kupferplatte bzw. einer Leiterplatte ersetzen. Mal schauen ob die Schaltung
auch noch funktioniert wenn sie im Tisch verbaut ist und den hochfrequenten Signalen der LED's ausgesetzt ist.


Am Wochenende habe ich die Schaltung mit einem Platinenstück als Sensorplatte aufgebaut. Die Werte aus dem
Bascom-Programm mussten / müssen angepasst werden. Die Ader von der Sensorplatte zum Attiny werde ich auch kurz
halten um mögliche Störimpulse gering zu halten. Aus diesem Grund werde ich jede Sensorik auf einer eigenen
Platine aufbauen. Um die Empfindlichkeit der Sensoren Anpassen zu können, suche ich noch nach einer Methode
die Werte des Programms im eingebauten Zustand anzupassen. Da der Attiny über eine Serielle Schnittstelle verfügt,
wird das warscheinlich über diesen Weg geschehen. Mir schwebt eine Art Bussystem via RS232 vor indem jeder Attiny
eine eigene Adresse besitzt an die man senden kann. Die gesendeten Werte sollen dann in das interne EEPROM geschrieben
werden und beim Hochfahren des Attinys aus diesem gelesen werden. Im nun folgenden Schaltplan ist die Idee mit dem
RS232 Bussystem noch nicht umgesetzt, da mir diese Idee erst beim schreiben diese Absatz eingefallen ist. Bisher war
war geplant den Attiny für jede Änderung zu ziehen, was sich aber bei den Versuchen schon als unpraktikabel erwies.
Hier nun erstmal der Gesamtschaltplan des Tisches.


Nun ist es Zeit die Sensorplatten für die Attinys vorzubereiten. Sie sollen in der jeweiligen
Farbe hinterleuchtet werden. Die Taster bestehen aus Platinenmaterial welches einseitig mit Kupfer beschichtet ist.
Mit einer Laubsäge hab ich die Sensorflächen (W für würfeln/wählen und S für setzen) ausgesägt. Außerdem habe
ich die Software der Attiny's so geändert das ich die Sensitivität via RS232 anpassen kann. Nachdem die Software
auf die Microprozessoren geschossen war, habe ich die Platinen bestückt und gelötet.

Die feinen Konturen der Buchstaben
konnte ich sehr gut mit der Laubsäge
ausschneiden.

Im Folgenden auch noch der Schaltplan der Tasterelektronik. Das Motherboard werde ich dann wohl in der kommenden
Woche herstellen.


Und ein Bild der fertigen Platinen.

Die einzelnen Platinen werden nacher
mit einer Flachbandleitung verbunden.
Nicht im Bild sind die Sensorflächen.
Die werden in die Buchsen unten rechts
eingesteckt. (im Plan orange gezeichnet)

ACHTUNG!!!
Das Programm muss vor dem einlöten auf
die Attiny's!

Der Schaltplan des Motherboard ist nun auch fertig. Der Blindstecker mit Verbindungsleitung, unten rechts im Plan,
kann gezogen werden um eine externe serielle Schnittstelle anzuschließen. Dadurch kann dann die Empfindlichkeit
der Sensoren eingestellt werden ohne die Attiny's aus der Schaltung zu entfernen.
Der CD4009 ist in die Data- und Clockleitung des LED-Stripes verschaltet. In einem Forum habe ich gelesen das die
3,3V des Raspberrys nicht unbedingt ausreichen und der LED-Stripe in unterschiedlichen Farben flackert.
Der 4009 invertiert das Signal 2x (also Eingangs- gleich Ausgangssignal) und hebt es auf annähernd 5V statt der 3,3V an.
Außerdem habe ich in den Python Programmen die Frequenz von 400kHz auf 100kHz runter genommen um stabilere
Signale auf die Leitung zu modulieren. Die Frequenz sollte immer noch mehr als ausreichend sein, da die Anwendung
keinesfalls Zeitkritisch ist. Die Leitungslängen des Data- bzw. Clocksignals sollten außerdem so kurz als möglich
gehalten werden. Da ich den LED-Stripe in seiner Ursprungsform belassen habe, und die Leitungen zwischen Pi und
dem Stripe auch nicht wirklich länger als 10cm sind, sollte ich da auch keine Überraschungen erwarten. Falls es
doch noch zu Problemen (undefiniertes flackern der LED's) kommt, muss ich mir mal Gedanken über Abschirmung machen.
Doch das erst, wenn es wirklich soweit ist.


Nach vielen Fehlversuchen habe ich mich nun dazu entschieden die Intensitätseinstellung via RS232 zu deaktivieren.
Wenn alle Attinys an der Sendeleitung des Pi's hängen, steuert der kein sauberes Signal mehr aus. Die genaue Ursache
bleibt mir aber leider verborgen. Auch eine geringere Baudrate von 300 Baud brachte da keine Besserung. Bis ich erstmal
kapiert hatte dass das Signal total zerhackt wird, habe ich lange gesucht. Schade, aber nicht so Ausschlaggebend.

Die Abdeckung der Platte habe ich nun mit Glas, statt mit Plexiglas gebaut. Plexiglas würde zu leicht verkratzen und
der Tisch würde nach kurzer Zeit unschön aussehen. Die Glasplatte habe ich aus einem Wechselrahmen 50x70cm, den ich noch hatte,
entnommen und mit einem Glasschneider zurecht geschnitten. War das erste mal das ich Glas geschnitten habe. Leichter als gedacht.
Vorher bei Youtube informiert was man beachten muss.
Dann stellte sich die Frage wie ich das Glas auf der Platte befestige. Kleben kam für mich aus 2 Gründen nicht in Frage.
1. Angst den Klebstoff durch das Glas sehen zu können (unschön)
2. Wenn das Glas zerbrechen sollte, kleben die ganzen Splitter auf der Platte fest und lassen sich nur schwer entfernen.
Nach einigem Suchen fand ich Alu- Winkelleisten im Internet die ich mir dann auch gleich bestellt habe. Die Schenkel sind 10- bzw.
20mm lang, bei einer Materialdicke von 1,5mm. Die Winkel habe ich in passender Länge auf Gehrung geschnitten und einmal rund um
die Platte verlegt.
Eine Sache habe ich noch probiert aber gleich verworfen. Meine Idee war, eine Spigelfolie hinter die Glasplatte zu kleben
um das Spielfeld quasi unsichtbar zu machen. Die Optik mit der verspigelten Glasplatte war Super! Auch das Licht der LED's
kam Top durch. Aber wie ich schon vorher vermutet hatte, beeinflusst der hohe Metallanteil in der Folie meine Taster, die
somit ständig belegt waren. Hab zu der Folie nicht die passende Intensität einstellen können. Werde mir bei Gelegenheit aber
ein Testbrett aufbauen und weiter testen. Die Folie könnte ich dank der Aluwinkel jeder Zeit nachrüsten.
In den nun folgenden Videos kann man die Funktionalität des Tisches sehen.


In ersten Video läuft ein
kleines Testprogramm um die
funktion der Led's und Taster
zu testen.


Im zweiten Video wird gezeigt
wie der Tisch funktioniert.


Im dritten Video wird eine Figur
geschlagen die in das Start-
feld zurück zieht.

Nun fehlt nur noch der "Tisch" drumherum, den ich aber erst später bauen werde. Die Programmierung
muss noch überarbeitet werden, da es noch sporadisch auftretende Fehler gibt. Das heist erstmal spielen, spielen
und nochmal spielen. Oder testen, testen und nochmals testen......

Fortsetzung folgt........
Schiessgruppen.de


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6)  Name: Eren Kilic  e-Mail: eren-kilic@live.de  Homepage:-
eingetragen am Mittwoch den 17.06.2020 um 9:41 Uhr

Guten Tag , Ich hätte paar fragen an sie zum Projekt .
Ich würde mich echt freuen wenn sie mir zurück antworten könnten , da ich sowas auch gerne bauen möchte .

Mit freundlichen Grüßen.


5)  Name: Eren Kilic  e-Mail: eren-kilic@liv.de  Homepage:-
eingetragen am Mittwoch den 17.06.2020 um 9:40 Uhr

Guten Tag , Ich hätte paar fragen an sie zum Projekt .
Ich würde mich echt freuen wenn sie mir zurück antworten könnten , da ich sowas auch gerne bauen möchte .

Mit freundlichen Grüßen.


4)  Name: Steffen Bott  e-Mail: peffich@googlemail.com  Homepage:-
eingetragen am Samstag den 06.06.2020 um 12:37 Uhr

Wahnsinn... echt super gelungen dein Spiel. Ich würde mir auch gerne sowas bauen... kann man evtl die Software von dir bekommen und Hilfe das man die Teile alle bekommt? Wäre echt super...


3)  Name: Stefan Winter  e-Mail: -  Homepage:-
eingetragen am Dienstag den 20.12.2016 um 21:40 Uhr

Hast du echt gut hinbekommen :) ich habe einen Großen Mensch ärgere dich nicht tisch ;) aber deiner ist perfekt
Danke Stefan, geht runter wie Öl!! ;-)


2)  Name: Guido  e-Mail:   Homepage:-
eingetragen am Sonntag den 24.04.2016 um 20:09 Uhr

Coole Geschichte
Viel Arbeit, kannst du mir glauben... Aber danke!


1)  Name: Reinhard  e-Mail: -  Homepage:-
eingetragen am Samstag den 30.01.2016 um 21:52 Uhr

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